۱۸•۱. Relativsatz

Ein Relativsatz ist ein Nebensatz, der eine Phrase aus dem Hauptsatz (= Attributivfokus, siehe Kapitel 10.) attribuiert.

Als Attributivfokusse von Relativsätzen kommen folgende Phrasen in Frage:

  1. Nominalphrasen:
    relative1_DE
  2. Adverbphrasen:
    relative2_DE

    Vahshi Bafghi (15. – 16. Jh. n. Chr.)

  3. Der gesamte Hauptsatz:
    relative3_DE
Inhaltsverzeichnis

a. Relativpronomen

Kennzeichnend für diese Art der Subordination ist die Tatsache, dass sich sowohl der Attributivfokus (aus dem Hauptsatz) als auch ein Pronomen aus dem Nebensatz auf dieselbe Entität beziehen. Dieses Pronomen wird Relativpronomen genannt:

relative4_DE

Wie diese Beispiele zeigen, werden Personal- und Possessivpronomina im Persischen als Relativpronomen verwendet. Gelegentlich erscheinen auch Demonstrativpronomina in dieser Rolle:

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a•a. Relativsatz ohne Relativpronomen

Wie die bisherige Diskussion in diesem Kapitel zeigt, ist eine Besonderheit des Persischen ist die Tatsache, dass der Relativsatz im Gegensatz zu vielen anderen indoeuropäischen Sprachen fast immer syndetisch verwendet wird (= von einer Konjunktion begleitet wird, siehe unten ↓). Dagegen ist der Einsatz des Relativpronomens erheblich weniger ausgeprägt als in verwandten Sprachen. Relativsätze werden ohne Relativpronomen eingesetzt, wenn das (getilgte) Relativpronomen eine der folgenden Rollen spielt:

  1. Als Subjekt des Relativsatzes:

    از آن باده که Ø زردست و Ø نزارست ولیکن

    Ø نه از عشق نزارست و Ø نه از محنت زردست

    Manoutchehri (10. – 11. Jh. n. Chr.)

    من که Ø شب‌ها رهِ تقوا زده‌ام با دف و چنگ

    این زمان سر به ره آرم؟! چه حکایت باشد؟!

    Hafes (14. Jh. n. Chr.)

    تو که Ø ناخوانده‌ای علمِ سماوات

    تو که Ø نابرده‌ای ره در خرابات

    تو که Ø سود و زیانِ خود ندانی

    به یاران کی رسی؟! هیهات! هیهات!

    Baba Taher (10. – 11. Jh. n. Chr.)

    زاهدان که‌Ø این جلوه در محراب و منبر می‌کنند

    چون به خلوت می‌روند آن کارِ دیگر می‌کنند

    Hafes (14. Jh. n. Chr.)

    In archaischen Idiomen kann allerdings das Personalpronomen /u/ او als Relativpronomen bestehen bleiben:

    راهی که‌او راست‌ست، بگزین ای دوست!

    دور شو از راهِ بی‌کرانه و ترفنج

    Rudaki (9. – 10. Jh. n. Chr.)

    هر آن که‌او برد نامِ مردم به عار

    تو چشمِ نکوگویی از وی مدار!

    Saadi (12. – 13. Jh. n. Chr.)

  2. Als direktes Objekt des Relativsatzes, wobei in diesem Fall häufig nicht auf das Relativpronomen verzichtet wird:

    این کمک به کسانی که زمین‌لرزه (آنان را) بی‌خانمان کرده، تعلّق می‌گیرد.

    شهرداری با سگ‌هایی که در خیابان پیدا(شان) می‌کند، رفتارِ ناشایستی دارد.

  3. Im Gegensatz zu vielen anderen indoeuropäischen Sprachen gibt es im Persischen keine Relativpronomina, die die Rolle von Temporativ- oder Lokativadverbialen spielen (vergleiche dagegen „where“ und „when“ im Englischen und „wo“ und „als“ im Deutschen). Somit erscheinen diese Relativsätze immer ohne Relativpronomina:

    در جایی که کسی Ø به برادرش رحم نمی‌کند، نمی‌توان حرف از دوستی پیش کشید.

    از هنگامی که Ø با تو آشنا شده، دیگر به دوستانِ قدیمی‌ش محلّ نمی‌گذارد.

    بامدادان که Ø تفاوت نکند لیل و نهار

    خوش بود دامنِ صحرا و تماشایِ بهار

    Saadi (12. – 13. Jh. n. Chr.)

    امروز که Ø در دستِ تو ام مرحمتی کن!

    فردا چو شدم خاک چه سود اشکِ ندامت؟!

    Hafes (14. Jh. n. Chr.)

    درونِ ما زِ یکی دم نمی‌شود خالی

    کنون که Ø شهر گرفتی، روا مدار خراب!

    Saadi (12. – 13. Jh. n. Chr.)

    Solche Relativsätze dürfen nicht mit Adverbialsätzen verwechselt werden (siehe 18•۴.), denn der Attributivfokus kann im Hauptsatz auch andere Rollen annehmen als die Rolle des Adverbials. Im unteren Beispiel ist der Attributivfokus das Subjekt des Hauptsatzes:

    روزی که تو را دیدم، بهترین روزِ زندگیِ من بود.

b. Position des Relativsatzes

Der Relativsatz erscheint (begleitet von der Konjunktion) grundsätzlich direkt nach seinem Attributivfokus. Nur in folgenden Fällen kann man eine Abweichung von dieser Regel beobachten:

  1. Wenn der Attributivfokus von der der Postposition /rɒ/ را begleitet wird, kann der Relativsatz vor oder nach dieser Postposition platziert werden:

    او برادرش که با او مخالفت می‌کرد را کشت. او برادرش را که با او مخالفت می‌کرد کشت.

  2. Zur Betonung kann der Relativsatz auch nach dem Prädikat des Hauptsatzes topikalisiert werden (siehe 15•d.):

    شبانِ وادیِ ایمن گهی رسد به مراد

    که چند سال به جان خدمتِ شعیب کند

    Hafes (14. Jh. n. Chr.)

    من آن نگینِ سلیمان به هیچ نستانم

    که گاه‌گاه بر او دستِ اهرمن باشد

    Hafes (14. Jh. n. Chr.)

    Diese Syntax wird auch gerne benutzt, wenn der Attributivfokus zu den letzten Konstituenten des Hauptsatzes gehört:

    خواننده در برابرِ او خود را چون مردی مختصرجثّه می‌دید که زیرِ نگاهِ غولِ بلندبالایی می‌باشد.

    Abdolhossein Zarrinkoob (20. Jh. n. Chr.)

c. Tilgung der Konjunktion

Bei folgenden Attributivfokussen kann der Relativsatz mit oder ohne Konjunktion verwendet werden:

  1. Attributive Demonstrativ- und Distributivpronomina. Es handelt sich dabei im Persischen um bestimmte Determinansphrasen in der 3. Person Singular, die ausschließlich als Attributivfokus von Relativsätzen verwendet werden (siehe 7•۶•e. und 7•۸•b•b.). Prominente Vertreter der attributiven Pronomina sind folgende:
    • Das attributive Demonstrativpronomen /ɒn ʧe/ آن چه für Inanimate:

      به خنده گفت که: «من شمعِ جمـع‌م ای سعدی!

      مرا از آن چه که پروانه خویش‌تن بکشد»

      Saadi (12. – 13. Jh. n. Chr.)

      نشستند بر نرم‌ریگِ کبود

      به اشتاب خوردند آن چه که بود

      Firdausi (10. – 11. Jh. n. Chr.)

      بدیشان بگفت آن چه بایست گفت

      همان نیز با مریم اندر نهفت

      Firdausi (10. – 11. Jh. n. Chr.)

      آن چه خواهی که مدروی‌ش، مکار!

      وآن چه خواهی که مشنوی‌ش، مگوی!

      Nasser Chosrau (11. Jh. n. Chr.)

    • Das attributive Distributivpronomen /hær ʧe/ (/hær ʧi/) هر چه، هر چی für Inanimate:

      من همان دم که وضو ساختم از چشمه‌یِ عشق

      چارتکبیر زدم یک‌سره بر هر چه که هست

      Hafes (14. Jh. n. Chr.)

      تن چو خواهد گذاشت هر چه که داشت

      نیک‌بخت آن که تخمِ نیکی کاشت

      Amir Khusro Dahlavi (13. – 14. Jh. n. Chr.)

      وز او هر چه آباد بینی بسوز!

      شب آور هر آن جا که باشی به روز!

      Firdausi (10. – 11. Jh. n. Chr.)

      هیچ آدابیّ و ترتیبـی مجوی!

      هر چه می‌خواهد دلِ تنگ‌ت، بگوی

      Rumi (13. Jh. n. Chr.)

    • Das attributive Distributivpronomen /hær ke/ (/hær ki/) هر که، هر کی für Personen:

      هر که چون سایه گشت خانه‌نشین

      تابشِ ماه و خور کجا یابد؟!

      Ebn-e Yamin (13. – 14. Jh. n. Chr.)

      هر که بگویدت: «زِ مَه ابر چگونه وا شود؟»

      باز گشا گره‌گره بنـدِ قبا که: «هم‌چون این!»

      Rumi (13. Jh. n. Chr.)

    • In archaischen Idiomen das attributive Distributivpronomen /hær ʧun/ هر چون für Qualitäten:

      چون تو جزوِ عالم‌ی هر چون بُوی

      کلّ را بر وصفِ خود بینی سوی

      Rumi (13. Jh. n. Chr.)

      بدو گفت: «هر چون که می‌بنگرم

      به پادافرهِ بد نه اندر خورم»

      Firdausi (10. – 11. Jh. n. Chr.)

      زن ار چه دلیرست و با زورِ دست

      همان نیمِ مردست هر چون که هست

      Assadi Tusi (11. Jh. n. Chr.)

  2. Auch andere distributive Determinansphrasen können asyndetisch (= ohne Konjunktion) erscheinen:

    هر کس (که) در زد، یادداشت کن!

    هر جا (که) می‌روم، تو را می‌بینم.

  3. Das gilt auch für die Nominalphrase /væɣt-i/ وقتی:

    وقتی (که) قانون در کشور معنا ندارد، همه چیز به سودِ زورمندان تمام می‌شود.

    وقتی بچّه بود و به مدرسه می‌رفت، بچّه‌هایِ دیگر از دیدارِ او بیزار بودند.

    Bozorg Alawi (20. Jh. n. Chr.)

Es ist zu beachten, dass der Relativsatz in diesem Falle nicht nach dem Prädikat topikalisiert wird.

d. Definitheit des Attributivfokus

Eine Besonderheit der persischen Sprache ist die Tatsache, dass der Attributivfokus erst durch den Nebensatz definit werden kann und vom enklitischen Artikel /-i/ begleitet wird:

خانه‌ای که دیروز دیدیم، مالِ برادرِ من‌ست.

روزی که پول داشتم، همه اظهارِ دوستی می‌کردند.

تا جایی که بنزین‌مان می‌کشید، رفتیم.

Das geht soweit, dass auch definite Attributivfokusse vom enklitischen Artikel /-i/ begleitet werden, wenn der Nebensatz einen Widerspruch zum Hauptsatz enthält:

منی که تا دیروز همه جا احترام‌م حفظ بود، حالا باید برایِ هر چیزِ کوچکی به این و آن التماس کنم.

این خانه‌ای که تا دیروز از بزرگ‌ترین بت‌کده‌هایِ جهان بود، امروز مرکزِ جهانِ اسلام‌ست.

e. Modus des Relativsatzes

Beim Relativsatz handelt es sich immer um einen Deklarativsatz (siehe 15•a•b.).

Allerdings gibt es im Persischen im Modus seines Prädikats aber eine feine Unterscheidung: Wenn im Relativsatz eine allgemeine Situation geschildert wird, ohne dass klar ist, ob diese mit Sicherheit eintreten wird oder nicht, erscheint das Prädikat nicht im Indikativ, sondern im Potentialis:

هر درختی که بکارم، چند سال بعد تبدیل به درختِ تنومندی می‌شود. (Potentialis) هر درختی که می‌کارم، چند سال بعد تبدیل به درختِ تنومندی می‌شود. (Indikativ)

ملّتی که ستم کشیده باشد، به حرفِ هر کسی شکّ می‌کند. (Potentialis) ملّتی که ستم کشیده است، به حرفِ هر کسی شکّ می‌کند. (Indikativ)

هنگامی که بهار بشود، درختان دوباره زندگی را آغاز می‌کنند. (Potentialis) هنگامی که بهار می‌شود، درختان دوباره زندگی را آغاز می‌کنند. (Indikativ)

Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass die Prädikate des Haupt- und Relativsatzes unabhängig voneinander im Narrativ erscheinen:

به گفته‌یِ تاریخ‌نویسان، فتح‌علی‌شاه که قلم‌روِ آغامحمّدخانِ قاجار را به ارث برده بود (Indikativ)، بسیار به زنان علاقه داشته (Narrativ).

فتح‌علی‌شاه که به گفته‌یِ تاریخ‌نویسان، بسیار به زنان علاقه داشته (Narrativ)، قلم‌روِ آغامحمّدخانِ قاجار را به ارث برد (Indikativ).

f. Proportionalsatz

(Siehe auch 18•۴•g. Konzessivsatz.)

Der Proportionalsatz stellt eine Sonderform des Relativsatzes dar. Er attribuiert das Quantifikativadverbial des Hauptsatzes, und wird dadurch mit dem Hauptsatz in ein Verhältnis gesetzt.

Der Attributivfokus des Proportionalsatzes (= Quantifikativadverbial des Hauptsatzes) erscheint im Persischen in der Form eines proportionalen Distributivpronomens (siehe 7•۸•b•d.). Der Proportionalsatz muss (mit oder ohne die Konjunktion /ke/ که) unmittelbar nach diesem Attributivfokus platziert werden. Semantisch wird er in zwei Fällen beobachtet:

  1. Wenn der Vorgang des Hauptsatzes in keinem Verhältnis zum Vorgang des Proportionalsatzes steht. Mit anderen Worten, wenn die Wiederholung oder Zunahme des Vorgangs, der im Proportionalsatz beschrieben wird, keinen Einfluss auf den Vorgang des Hauptsatzes hat:

    هر چقدر که برای‌ش توضیح می‌دهم، باز سرِ حرفِ خودش‌ست.

    هر چه به او هیچ چیز نمی‌گویم، از رو نمی‌رود.

    هر چه بزنیدش، جواب نمی‌دهد.

    هر چند که می‌گفتند که: «تو را چه بوده است و چه می‌بینی؟»، البتّه جواب نداد.

    Aus dem Werk „Modjmal Ottavarikh va alghesas“ (۱۲. Jh. n. Chr.)

  2. Wenn beide Sätze im logischen Verhältnis zueinander stehen, so dass die Wiederholung oder Intensitätsänderung des Vorgangs, der im Proportionalsatz beschrieben wird, zu einer Änderung der Intensität des Vorgangs des Hauptsatzes führt. In diesem Fall finden sich in beiden Sätzen Adjektivphrasen im Komparativ:

    هر چه به او کمتر اهمّیّت بدهیم، خشمگین‌تر می‌شود.

    میوه‌ها هر چه رسیده‌تر باشند، ارزشِ خوراکیِ بیشتری دارند.

    هر انـدازه به او نزدیک‌تر می‌شدم، کمتر از کارهای‌ش سر در می‌آوردم.

    هر چند پیش‌تر رود، به گمراهی نزدیک‌تر باشد.

    Nasrollah Monshi (12. Jh. n. Chr.)

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